Der Schuman-Plan

von Maximilian Zellerhoff

Als Robert Schuman am 9. Mai 1950 drei Tage vor der Londoner Konferenz, auf der Franzosen, Amerikaner und Engländer die zukünftige Europapolitik festzulegen planten, der internationalen Presse von seinen Plänen berichtet, die deutsch-französische Kohle- und Stahlproduktion einer gemeinsamen Obersten Aufsichtsbehörde (Haute Autorité) zu unterstellen, legt er damit den Grundstein für die europäische Einigung.
Der sogenannte Schuman-Plan, ausgearbeitet vor allem durch Jean Monnet, sah jedoch nicht nur die Kontrolle des Abbaus der für die Aufrüstung unabdingbaren Ressourcen vor. Insbesondere die Stärkung der Wirtschaftskraft, die Modernisierung der Förderung und Produktion in der Schwerindustrie und die Verbesserung der Lebensbedingungen der Arbeiter waren Ziele dieses Konzepts eines vorrangig deutsch-französischen Staatenbündnisses, dem jedoch auch andere Staaten beitreten durften und sollten. Am 18. April 1951 kommt es dann zur Unterzeichnung des EGKS-Vertrages – der Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande waren fortan Mitglieder dieser ersten supranationalen Organisation Europas und eines gemeinsamen zollfreien Kohle-, Schrott- und Stahlmarktes. Für Deutschland bedeutete dieser Vertrag jedoch auch die Beendung der internationalen Kontrolle des Ruhrgebiets.
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