Nachbeben auf europäischer Ebene

von Viktoria Lohse

Das Beben ist zwar vorüber, doch die Not der Menschen in Haiti bleibt. Nicht nur Hilfsorganisationen sondern auch die EU Gremien haben sich eingeschaltet, den Opfern des verheerenden Erdbebeben im vergangenen Monat zu helfen. Doch die Lage in Port-au-Prince verschlechtert sich konstant und die EU sieht sich gezwungen eine Militärmission einzuleiten.

Die Erde bebt! Die Straßen sind erfüllt von Menschen. Schreie durchziehen zu hunderten die Umgebung. Die ersten Häuser stürzen ein und die Wehklagen heben erneut an.

Die Menschen die sich in Sicherheit bringen konnten finden ihre Häuser in Schutt und Asche wieder. Viele schafften es nicht sich vor dem Beben zu retten und wurden verschüttet.

Am 13.Januar dieses Jahres um 17 Uhr erlebte Haiti eines der folgenreichsten Erdbeben seiner Zeit. Die humanitäre Lage in Haiti – ein Chaos! In dem ohnehin desolaten Staat fehlt es an Allem. Die Wasserversorgung und das Stromnetz sind komplett zusammengebrochen. Es gibt weder organisierte medizinische Hilfe, noch Kommunikationsmöglichkeiten zur Außenwelt, da das Telefonnetz zerstört wurde.

Die Welt schaut nicht zu

Bereits am ersten Tag nach dem Beben trafen zahlreiche Hilfsorganisationen ein, um mit der Versorgung der Menschen durch Lebensmittel und Sanitätsdienste zu beginnen. Auch die EU leitete sofort Hilfsmaßnahmen ein. So wurde bereits weniger als eine Woche nach dem Erdbeben beschlossen, 422 Millionen Euro an finanzieller Hilfe für Haiti bereit zu stellen. Die Hälfte des Geldes wird voraussichtlich für den Wiederaufbau, in der Region Port-au-Prince eingesetzt. Zudem stellt die europäische Kommission 177 Millionen Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung.

Die Lage bleibt prekär

Noch immer ist die Lage in Haiti äußerst angespannt. Hunderttausende Menschen leben noch in Behelfslagern, unter katastrophalen Umständen. Die hygienische Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag und die Krankheiten nehmen deutlich zu.

Drei Wochen nach der Katastrophe wird deutlich, dass sich die alten Probleme Haitis nur noch verschärft haben: die Mangelernährung, die armselige Wohnsituation und vor allem Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose. Sie verbreiten sich rasant und man ist sich noch nicht im Klaren darüber, wie möglichst schnell Abhilfe geschaffen werden kann.

Die Regenzeit wird zur größten Gefahr

Die Hohe Beauftragte für Außen- und Sicherheitsfragen, Catherine Ashton, kündigte bereits eine EU-Militärmission an, die noch vor der Regenzeit im März beginnen soll. Wo der Schwerpunkt der Mission liegen soll und welche Länder involviert sein werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Erschütternder Weise suchte der Regen die Haitianer schon diese Woche heim. Die meisten wurden in den Behelfslagern von dem Wetter überrascht. Die prekäre Situation hat eine Fluchtwelle in den Osten der Stadt ausgelöst, wo die Menschen nun nach Unterkünften suchen.

Ein Lichtblick für die zukünftige Entwicklung Haitis ist jedoch der bilaterale Schuldenerlass der G7 Staaten, denn insgesamt liegt die Auslandsverschuldung Haitis bei rund 890 Millionen Dollar (650 Millionen Euro).

Bei dem schweren Beben im Januar kamen insgesamt 210.000 Menschen ums Leben, zahlreiche Leichen sind noch immer verschüttet. Mehr als 300.000 Menschen wurden verletzt  und etwa zwei Millionen sind jetzt obdachlos.

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