Europaschulen

von Tilman Hurlin


Die Europäische Union verbindet Europa in vielen Gebieten. Nicht nur in der Politik treten die Mitgliedstaaten in engeren Kontakt, auch die Schulen unterstützen kulturüberschreitende Aktivitäten und fördern den internationalen Austausch. Die staatlichen Europa-Schulen in Deutschland haben unterschiedliche Konzepte, die sich innerhalb der verschiedenen Bundesländer voneinander unterscheiden.

Die allgemeinen Kriterien besagen nur, dass die Schulen mindestens drei Fremdsprachen anbieten und ein Hochschulabschluss bilingual absolviert wird. Zusätzlich gibt es eine intensive Kommunikation zu anderen europäischen Schulen und eine Vielzahl an Auslandskontakten.
Das Berliner Modell ist zur Zeit einzigartig und umschließt eine bilinguale Erziehung vom Kindergarten bis zur Hochschule, wobei die Muttersprache mit einer Partnersprache gleichgewichtig kombiniert wird. In Berlin gibt es insgesamt 17 Grundschulen und 12 weiterführende Schulen, mit neun unterschiedlichen Sprachkombinationen. Neben Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch und Griechisch gibt es auch Schulen mit Türkisch und Russisch als Partnersprache. Begonnen hat hat dieses Modell 1992 mit 160 Schülerinnen und Schülern. Mittlerweile besuchen fast 6.000 Schüler die staatlichen Europa-Schulen Berlin (SESB) und ein weiterer Ausbau des SESB-Konzeptes ist geplant. Ziel hierbei ist selbstverständlich die bilinguale Erziehung, aber auch, einen Einblick in andere Kulturen zu geben und soziale Kontakte zu knüpfen. Meist gibt es für einen bestimmten Sprachzweig mehrere Kindergärten, Grundschulen und Oberschulen, was eine bilinguale Erziehung von der ersten Klasse bis zur 10. bzw. 13. Klasse ermöglicht. Ganztagsaktivitäten, die über kulturelle Unterschiede aufklären oder Veranstaltungen zum Europa-Tag, sollen den europäischen Gedanken näher bringen und hervorheben.
Der 18-jährige Konstantinos Gerakis ist Schüler des 4. Semesters auf der Heinrich-von-Kleist-Schule Berlin. Konstantinos ist in Deutschland und Griechenland aufgewachsen und ist sechs Jahre halbjährlich wechselnd in diesen beiden Ländern zur Schule gegangen. Beim Wechsel auf eine weiterführende Schule hat er sich für die Heinrich-von-Kleist-Schule entschieden, da es ihm hier möglich ist, die Hälfte seiner Kurse auf Griechisch zu belegen und auch sein Abitur zu 50% auf Griechisch zu absolvieren. Er ist Schüler der griechischen Klassen auf seiner Schule, die in den Schulablauf integriert wurden. Fächer wie beispielsweise Geschichte oder Politische Wissenschaft  hatte er nie auf Deutsch. Die Griechisch-Lehrer werden vom griechischen Staat für vier Jahre angestellt, was zu einem ständigen Lehrerwechsel führt. Die Besonderheit in Konstantinos Fall ist, dass er zur Hälfte in Griechenland aufgewachsen ist und erst dann in das Modell der staatlichen Europa-Schulen gekommen ist. Ansonsten wäre er in Deutschland seit dem Kindergarten bilingual aufgewachsen. Das führt heute dazu, dass Schüler oft vom Kindergarten bis zum Schulabschluss im selben Klassenverband bleiben. Für Konstantinos ist dieses Schulmodell die Möglichkeit, ohne Privatunterricht oder Nachhilfestunden sein Griechisch weiterhin zu verbessern und auch mit dem Abitur eine anerkanntes Zeugnis vorlegen zu können. Da er sich noch nicht sicher ist, ob er hier in Deutschland bleiben soll oder vielleicht sogar in Griechenland studieren will, hält ihm dieser Abschluss mehrere Möglichkeiten offen.
Allerdings ist der Andrang bei dem deutsch-griechischen Modell recht gering. Dies führt dazu, dass man händeringend nach Schülern sucht, was das sprachliche Niveau in den Klassen oft stark senkt. Konstantinos fühlt sich im Unterricht oft unterfordert, da sprachliche Grundlagen noch bis in die Oberstufe wiederholt werden müssen. Letztes Jahr hat der erste Jahrgang aus dem SESB-Modell sein Abitur auf der Heinrich-von-Kleist-Schule gemacht. Von insgesamt sechs Absolventen der griechischen Klassen haben drei das Abitur überhaupt nur bestanden. Auch Konstantinos kann die  Schwierigkeiten von Mitschülern bestätigen: Aus ehemals 20 Schülern in seinem Jahrgang sind noch 5 übrig. Sicherlich gilt dieses Problem nicht für alle Sprachzweige, doch zeigt es auf, dass zumindest in schwächer vertretenen Sprachen das Konzept nicht reibungslos funktioniert. Trotzdem kann man von einem erfolgreichen Konzept sprechen, dass die EU als völkerverbindende Institution unterstützt und weiterführt.

Die Europäische Union verbindet Europa in vielen Gebieten. Nicht nur in der Politik treten die Mitgliedstaaten in engeren Kontakt, auch die Schulen unterstützen kulturüberschreitende Aktivitäten und fördern den internationalen Austausch. Die staatlichen Europa-Schulen in Deutschland haben unterschiedliche Konzepte, die sich innerhalb der verschiedenen Bundesländer voneinander unterscheiden. Die allgemeinen Kriterien besagen nur, dass die Schulen mindestens drei Fremdsprachen anbieten und ein Hochschulabschluss bilingual absolviert wird. Zusätzlich gibt es eine intensive Kommunikation zu anderen europäischen Schulen und eine Vielzahl an Auslandskontakten. Das Berliner Modell ist zur Zeit einzigartig und umschließt eine bilinguale Erziehung vom Kindergarten bis zur Hochschule, wobei die Muttersprache mit einer Partnersprache gleichgewichtig kombiniert wird. In Berlin gibt es insgesamt 17 Grundschulen und 12 weiterführende Schulen, mit neun unterschiedlichen Sprachkombinationen. Neben Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Polnisch und Griechisch gibt es auch Schulen mit Türkisch und Russisch als Partnersprache. Begonnen hat hat dieses Modell 1992 mit 160 Schülerinnen und Schülern. Mittlerweile besuchen fast 6.000 Schüler die staatlichen Europa-Schulen Berlin (SESB) und ein weiterer Ausbau des SESB-Konzeptes ist geplant. Ziel hierbei ist selbstverständlich die bilinguale Erziehung, aber auch, einen Einblick in andere Kulturen zu geben und soziale Kontakte zu knüpfen. Meist gibt es für einen bestimmten Sprachzweig mehrere Kindergärten, Grundschulen und Oberschulen, was eine bilinguale Erziehung von der ersten Klasse bis zur 10. bzw. 13. Klasse ermöglicht. Ganztagsaktivitäten, die über kulturelle Unterschiede aufklären oder Veranstaltungen zum Europa-Tag, sollen den europäischen Gedanken näher bringen und hervorheben. Der 18-jährige Konstantinos Gerakis ist Schüler des 4. Semesters auf der Heinrich-von-Kleist-Schule Berlin. Konstantinos ist in Deutschland und Griechenland aufgewachsen und ist sechs Jahre halbjährlich wechselnd in diesen beiden Ländern zur Schule gegangen. Beim Wechsel auf eine weiterführende Schule hat er sich für die Heinrich-von-Kleist-Schule entschieden, da es ihm hier möglich ist, die Hälfte seiner Kurse auf Griechisch zu belegen und auch sein Abitur zu 50% auf Griechisch zu absolvieren. Er ist Schüler der griechischen Klassen auf seiner Schule, die in den Schulablauf integriert wurden. Fächer wie beispielsweise Geschichte oder Politische Wissenschaft  hatte er nie auf Deutsch. Die Griechisch-Lehrer werden vom griechischen Staat für vier Jahre angestellt, was zu einem ständigen Lehrerwechsel führt. Die Besonderheit in Konstantinos Fall ist, dass er zur Hälfte in Griechenland aufgewachsen ist und erst dann in das Modell der staatlichen Europa-Schulen gekommen ist. Ansonsten wäre er in Deutschland seit dem Kindergarten bilingual aufgewachsen. Das führt heute dazu, dass Schüler oft vom Kindergarten bis zum Schulabschluss im selben Klassenverband bleiben. Für Konstantinos ist dieses Schulmodell die Möglichkeit, ohne Privatunterricht oder Nachhilfestunden sein Griechisch weiterhin zu verbessern und auch mit dem Abitur eine anerkanntes Zeugnis vorlegen zu können. Da er sich noch nicht sicher ist, ob er hier in Deutschland bleiben soll oder vielleicht sogar in Griechenland studieren will, hält ihm dieser Abschluss mehrere Möglichkeiten offen. Allerdings ist der Andrang bei dem deutsch-griechischen Modell recht gering. Dies führt dazu, dass man händeringend nach Schülern sucht, was das sprachliche Niveau in den Klassen oft stark senkt. Konstantinos fühlt sich im Unterricht oft unterfordert, da sprachliche Grundlagen noch bis in die Oberstufe wiederholt werden müssen. Letztes Jahr hat der erste Jahrgang aus dem SESB-Modell sein Abitur auf der Heinrich-von-Kleist-Schule gemacht. Von insgesamt sechs Absolventen der griechischen Klassen haben drei das Abitur überhaupt nur bestanden. Auch Konstantinos kann die  Schwierigkeiten von Mitschülern bestätigen: Aus ehemals 20 Schülern in seinem Jahrgang sind noch 5 übrig. Sicherlich gilt dieses Problem nicht für alle Sprachzweige, doch zeigt es auf, dass zumindest in schwächer vertretenen Sprachen das Konzept nicht reibungslos funktioniert. Trotzdem kann man von einem erfolgreichen Konzept sprechen, dass die EU als völkerverbindende Institution unterstützt und weiterführt.

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