Wohin geht die Reise?

Immer mehr junge Europäer zweifeln an der Zukunft der EU und ihrer Identität, denn die EU wird immer größer und zugleich immer undurchsichtiger. Dabei ist die nahe Zukunft der EU schon in trockenen Tüchern.

von Viktoria Lohse

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„Siehst du dich eigentlich als Europäerin?”, frage ich Lena, eine junge deutsche Schülerin. Sie lacht und sagt, sie sei doch Deutsche, aber sie habe Angst, dass wir bald nur noch Europäer seien, die keine eigene Kultur mehr besäßen. So wie Lena geht es vielen Europäern, besonders den älteren Generationen. Die wachsende Größe der EU, die Kompetenzabtretung der Nationalstaaten gegenüberder Europäischen Union und dasnach außen immer homogenere Gesichtder EU, ruft bei vielen ein beklemmendes Gefühl hervor. Viele fühlen sich dem Willen der Politiker hilflos ausgeliefert, können dem europäischen Geschehennicht mehr folgen. Doch sind es nicht wir, die Bürgerinnen und Bürger, die entscheiden können, wohin die Reise der EU geht? Wo sind die Grenzen der EU und wie werden wir Europäer in Zukunft miteinander umgehen?
ZWEI WEGE
Die Frage, die wir uns alle in Zukunftstellen sollten, ist, wie die EU in Zukunft aussehen soll. Es gibt zwei mögliche Wege, die wir beschreiten können. Zum Einen die Erweiterung um neue Mitgliedsstaaten, zum Anderen die Vertiefung der Integration.
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… EINE ENTSCHEIDUNG?
Im Jahr 2007 wurde die letzte erfolgreiche Erweiterung der Europäischen Union vorgenommen. Die EU hat in den letzten Jahren Milliarden in die Integrationder jüngsten Mitglieder gepumpt. Zukünftig soll aber zunächst erreicht werden, die “Neulinge” sowohl politisch als auch wirtschaftlich vollständig zu integrieren. Es steht fest, dass es eine Erweiterung zu diesem Zeitpunkt unmöglich wäre, da die Folgen nicht abschätzbar sind. Es bleibt also in den nächsten Jahren die Frage im Raum stehen, wo in Zukunft die Grenzen der Union verlaufen werden.
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DIE EU SCHALTET SICH EIN
Ein Impuls, den die EU durch den Vertrag von Lissabon gegeben hat, ist die Möglichkeit, überregionale Volksbegehren durchzuführen. Dadurch könnte endlich eine europäische Öffentlichkeit entstehen und wir hätten die Möglichkeit, mit Menschen aus anderen Ländern gemeinsam für politische Ideale zu kämpfen. Durch gemeinsame Projekte kann die Angst vor einem Identitätsverlust abgebaut werden. Vielleicht stellen wir fest, dass wir uns alle ähnlicher sind, als wir dachten, dass wir gemeinsame Wurzeln und eine gemeinsame Geschichte besitzen. Gleichzeitig wird uns allen dann vielleicht klar, dass es nicht immer nur das Wichtigste ist, unsere Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu stellen, sondern nicht zu vergessen, stolz auf unsere kulturellen Unterschiede zu sein und diese auch mit Freude zu zelebrieren. Trotzdem wird es in Zukunft wichtigsein, die Mitgliederstaaten in irgendeiner Weise zusammenzuführen und auch den Bürgern die Chance zu geben, sich gegenseitig kennenzulernen.
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WIR HABEN ES IN DER HAND
Wir sollten keine Angst vor einer europäischen Integration haben, denn die Nationalstaaten sind stark genug, ihre kulturellen und politischen Eigenarten zubewahren. Zumindest in nächster  Zeit werden wir wahrscheinlich keine homogene Masse werden, in der wir uns ausschließlich über die EU identifizieren. Dennoch ist unsere Generation, diejenige, die die Politik von morgen bestimmen kann. Wir gestalten unsere Zukunft selbst und entscheiden, wohin die Reise geht und vor allem, wo sie endet!
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